LEBEN IN WÜRDE: INTEGRATION NACHHALTIG GESTALTEN!

DAS PROJEKT LIWING - METHODEN

1. Intensive sozialpädagogische Begleitung

 

> KJR + KICKFAIR

 

Der Kreisjugendring Esslingen e.V. verortet das Projekt LIWING in der Kinder- und Jugendförderung Ostfildern. Die Mitarbeitenden im IKEROS Jugendbüro Ostfildern fördern mit stärken- und sozialraumorientierten Ansätzen die persönliche Handlungskompetenz und berufliche Perspektivenfindung junger Menschen. In der Arbeit mit delinquent handelnden Jugendlichen unterstützt das IKEROS Jugendbüro die Stabilisierung der persönlichen Lebenssituation.

 

Der Verein KICKFAIR e.V. arbeitet mit dem partizipativen Ansatz der Methode „Straßenfußball für Toleranz“. KICKFAIR schafft über Straßenfußball Lernräume, in denen Werte für ein soziales Miteinander vermittelt werden, Stärken und Fähigkeiten aufgebaut und Kompetenzen gefördert werden. Jugendliche selbst können ihr Wissen als Teamer an andere Jugendliche weitergeben und Peer-to-peer gemeinsam neue Sichtweisen entwickeln.

 

2. Berufliche Orientierung und Qualifizierung

 

> KJR + FJBM

 

Bereits in der Sekundarstufe I  werden Schülerinnen und Schüler durch die Förderung berufsorientierter Kompetenzen auf den Übergang in Ausbildung oder Sekundarstufe II vorbereitet. Durch die arbeitsweltbezogene, offene und schulbezogene Jugendarbeit unterstützt der Fachdienst Jugend, Bildung, Migration der BruderhausDiakonie Schülerinnen und Schüler sowohl an beruflichen Schulen als auch im außerschulischen Kontext durch musik- und medienpädagogische Elemente oder durch Angebote im Bereich Roboter-Programmierung (Bewegungsablauf in den Robotern).

 

In den örtlichen Strukturen verankert und bekannt, arbeitet das IKEROS Jugendbüro eng mit Betrieben, Schulen, der Agentur für Arbeit und städtischen Gremien zusammen, um den Jugendlichen als kompetenter Ansprechpartner zur Seite zu stehen. Im Rahmen der arbeitsweltbezogenen Jugendarbeit werden zum Beispiel Begegnungsmöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern mit Kooperationsbetrieben initiiert. Dadurch können Jugendliche u. a. dazu ermutigt werden, sich Einblicke in Nischenberufe und geschlechteruntypische Arbeitsfelder zu verschaffen.

 

3. Ausbildungsvorbereitung und - begleitung

 

> KJR + BBQ

 

Der Übergang in die duale Ausbildung ist im Leben eines Jugendlichen oft der erste Schritt ins Arbeitsleben. Einige Betriebe stellen hohe Erwartungen an die neuen Auszubildenden. Um fit in die betriebliche Ausbildung starten zu können, bietet der Kreisjugendring kleineren und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit, ihre Auszubildenden in der ersten Woche im sogenannten „Azubi-Camp“ des neuen Ausbildungsjahres schulen zu lassen. Mit Hilfe von erlebnis- und theaterpädagogischen Übungen werden Bausteine wie Teamarbeit, Umgang mit Geld und Verhaltensformen im Betrieb behandelt. VertreterInnen der Kammern berichten zudem über Rechte und Pflichten in der Ausbildung. Alle 4-6 Wochen treffen sich die Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr zu einem „Azubi-Stammtisch“ in dieser Runde weiter, um aktuelle Ausbildungsthemen zu besprechen.

 

Die wachsende Heterogenität der Auszubildenden stellt auch Betriebe vor neue Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund werden Ausbilder beraten und sensibilisiert. Hierfür werden Schulungen und Informationsveranstaltungen zur Qualifizierung angeboten. Diese gehören ebenso zum konzeptionellen Ansatz der BBQ Berufliche Bildung gGmbH wie ein Coaching durch geschulte Mentoren. Im Umgang mit benachteiligten Jugendlichen, oft mit Migrationsgeschichte, sind alle fünf Träger vernetzt und stehen so Ausbildern und Auszubildenden gleichermaßen zur Seite.

 

 

4. Förderung interkultureller Kompetenz

 

> BBW + KICKFAIR

 

Das Berufsbildungswerk Waiblingen (BBW) veranstaltet interkulturelle Kompetenztrainings, die die Teilnehmenden bestärken, kulturelle Unterschiede als Ressource zu erkennen. Innerhalb der Veranstaltungsreihe „Let’s go diversity“ organisiert das BBW Veranstaltungen zum Thema „Vielfalt“. Hierzu führt das Berufsbildungswerk mit seinen Einrichtungen öffentliche Aktionen durch. Diese Veranstaltungen sollen junge Menschen für einen kultursensiblen Umgang miteinander achtsam werden lassen, und ihnen ermöglichen, neue Blickrichtungen/Sichtweisen zu eröffnen. Mit Hilfe geschlechter- und migrantenspezifischer Jugendarbeit sollen die Jugendlichen letztlich lernen, Verantwortung für ihr Leben und eine nachhaltige Gesellschaft zu übernehmen.

 

KICKFAIR vertieft in Straßenfußball-Workshops die Themen Respekt, Toleranz, Fairness und Leben in Vielfalt. Dabei organisieren Jugendliche und junge Erwachsene Straßenfußball-Turniere selbst oder vermitteln als TeamerIn zwischen den Mannschaften in der Funktion eines Straßenfußballmediators und geben ihre Kompetenzen weiter.

 

5. Fortbildungsmodule für päd. Fachkräfte

 

> BBW

 

Das Berufsbildungswerk Waiblingen bietet Lehrerinnen und Lehrern sowie Multiplikatoren selbst entwickelte Workshops zur Vermittlung interkultureller Trainingsmodule an. Zudem werden durch individuelle Coachings und Beratungsangebote Fachkräfte für ihre Arbeit in Schule und Verein qualifiziert.

 

6. Kooperation mit Betrieben/Unternehmen/Kammern/Stadtverwaltungen

 

> KJR + FJBM + BBW + BBQ

 

Alle Teilprojektpartner arbeiten sozialraumorientiert und sind bereits mit Gemeinden und Funktionsträgern in Stadtverwaltungen und Kammern vernetzt und bauen diese Kooperationen innerhalb des Projekts weiter aus. Gemeinsame Fachtage, Bildungsprojekte mit Bildungsträgern vor Ort und Transparenz über Projektvorhaben bieten die Grundlage für ein nachhaltiges und erfolgreiches Projektvorhaben und bieten die Möglichkeit, LIWING-Inhalte und Themen in die Öffentlichkeit zu transportieren.

 

7. Zusammenarbeit mit Eltern und Schlüsselpersonen

 

> KJR + FJBM

 

Neben der Unterstützung der Jugendlichen selbst sind Eltern wichtige Schlüsselpersonen im Prozess der Berufsfindung ihrer Kinder. Mithilfe muttersprachlicher Beratung, Informationsveranstaltungen mit Dolmetschern sowie verschiedensten Infomaterialien arbeitet das IKEROS Jugendbüro mit Eltern und Angehörigen der Jugendlichen zusammen.

 

Der Fachdienst Jugend, Bildung, Migration der BruderhausDiakonie qualifiziert Eltern zudem als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, unterstützt individuell bei Diskriminierungserfahrungen und kann aus vorangegangenen Projekten auf einen hohen Erfahrungsschatz in der Arbeit mit dieser Zielgruppe zurückgreifen.

 

Das Berufsbildungswerk Waiblingen organisiert nach dem Motto „Starke Eltern für starke Kinder“ Informationsveranstaltungen zum Thema Übergang von Schule zu Beruf. Im Jahr 2014 soll eine gemeinsame, trägerübergreifende und mehrsprachige LIWING-Informationsbroschüre für Eltern erscheinen.

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